// November 20th, 2009 // 5 Comments » // Einblicke
„Ich werde eine Zirkuskollektion designen, möchtest du sie fotografieren?“ Was für eine Frage, die Sayuri mir vor ein paar Monaten gestellt hat – natürlich wollte ich! Zum Thema Zirkus habe ich einen besonderen Bezug: 2002 war ich selbst eine Weile mit einem Zirkus, Zirkus Zaballo, unterwegs gewesen, hatte mich mit den Pferden beschäftigt, orientalischen Tanz aufgeführt und am Elefanten geturnt. Zirkus Zaballo existiert leider nicht mehr in der Form wie früher. So haben wir über die Zaballo-Leute einen anderen Zirkus gesucht und gefunden. Ein traditioneller Familienzirkus sollte es sein, keine moderne Bühnenshow. Genau das hatten wir im Zirkus Hansa vorgefunden.
Drei Tage brauchte das Shooting, da wir nur vormittags vor der Vorstellung ein relativ begrenztes Zeitfenster nutzen konnten. Für die insgesamt 5 beteiligten Modelle – 2 am ersten Tag, 4 am zweiten, 1 am dritten – muss es sehr stressig gewesen sein: Kalt, wenig Zeit, weite Anreise, unbequeme Posings, störrische Ponys… aber sie haben sich sehr tapfer geschlagen. Auch Hans und Britta Duengel, Achim Unger und Sebastian gilt ein riesen Dankeschön für Licht, Nerven, Unterkunft und grandiosen Support! Nerven bewahren war auch nötig: Am zweiten Tag, knapp hatten wir das Licht aufgebaut, hiess es plötzlich, wir sollten verschwinden, warum wir schon wieder fotografieren würden. Glücklicherweise löste sich der Konflikt alsbald. Zirkusdirektor Charly, mit dem ich zuvor alles abgesprochen hatte, musste zum Arzt und seine Cousins waren nicht informiert. Zudem konnten wir fast nie das Stromaggregat laufen lassen, welches die Lämpchen und Scheinwerfer versorgt, denn der Zirkus stand auf einem Parkplatz in einer Ortschaft und die Anwohner hatten sich schon über die Lautstärke des Aggregats, die Vorstellungen etc. beschwert. Wie untolerant, dabei stand auf diesem Platz schon seit Jahren kein Zirkus mehr!
Der letzte Shoottermin fand drei Tage nach den vorherigen statt und der Zirkus hatte mittlerweile einen anderen Platz bezogen, eine Wiese, etwas matschig, aber ohne unangenehme Anwohner. Hier ging es hauptsächlich darum, für den Zirkus Frontalaufnahmen der Tiernummern zu machen. Tjalda, eine erfahrene Reiterin als Model war da natürlich optimal. Was mir jedoch zuvor, auch aus meiner eigenen Zirkuserfahrung gar so nicht bewusst war: Die Tiere können ihre Lektionen, sind jedoch an deren Ablauf so sehr gewöhnt, dass es schwierig wird, wenn sie z.B. länger stillstehen sollen oder an einer anderen Stelle als sonst aufs Posament steigen sollen.
Viele Herausforderungen also, eine gute Prise Chaos, aber auch viel Unterstützung und tolle Modelle und Kostüme – ich danke Euch allen!
Die Bilderserie findet Ihr auf meiner Homepage unter www.jamari-lior.de/projekte.htm


Modelle: Sayuri, Meli, Akira Sun, Manu, Tjalda I Design: Sayuri GFC I Visagistik: Sayuri I Support: Hans und Britta Duengel, Achim Unger, Sebastian