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“It could be VOGUE…”

// Juni 22nd, 2010 // 6 Comments » // Fotografieren, Modeln

couldbevogue4Es ist eine der teureren Zeitschriften am Kiosk und überhaupt, sie am Kiosk zu kaufen ist schon fast profan. Mit ihr unter dem Arm fühlt man sich mondän, elegant und gehoben, als hätte man sie auf dem Flughafen oder zumindest im internationale Presse-Laden eines großen Bahnhofs erworben. Aber es gibt noch ein weitaus erhebenderes Gefühl, als mit der Vogue lässig in eine Damenhandtasche, von der der Unkundige hoffentlich annehmen mag, sie war so teuer wie eines der zahlreichen „Sex and the City“-Accessoires, und den Fast-Manolos an den Füßen durch die Straße zu spazieren: In der Vogue zu sein. Oder zumindest so tun als ob.
Genau das ist der Stil, den die Modelle heute nachfragen, zumindest jene, die von Figur und Gesicht noch eine entfernte Ähnlichkeit mit dem typischen Vogue-Modellen haben. Der Fotograf blättert die Zeitschrift durch und sucht sich jene Bildstrecken aus, die keinen Palast als Location erfordern und kein 500-Dollar-Styling, und alle Beteiligten hoffen, dass vogue-ähnliche Bilder auch mit dem H&M-Kleid funktionieren mögen. Im Notfall gibt es zwei Rettungsmöglichkeiten: Mach das Bild schwarz-weiß und lege Text darüber. Am besten etwas auf Französisch mit vielen accent aigu und accent grave, damit es auch der Unkundige mitbekommt, dass nicht „Eleganz“, sondern „élégance“ gemeint ist. „Nummer sicher“ wäre, einfach den Text aus einer veralteten Vogue-Ausgabe abzuschreiben – die wissen sicher schon, was sie zu sagen haben. Und eigentlich wird es auch keiner lesen – das Textelement dient nur als Verschönerung gleich einem Schnörkel und als Qualitätsmerkmal wie ein Stempel.
couldbevogue5Doch welches Foto hat einen solchen Qualitätsstempel verdient? Erstaunliches tut sich auf: Denn viele jener Bilder wirken wie Schnappschüsse aus der Hüfte. Man sieht Bilder mit starken Überbelichtungen, Verwacklungen, Bildausschnitte, die Finger abschneiden oder Füsse und dicke Schlagschatten. Auch auf Seite der Modelle findet man Nachlässigkeiten: Sie stehen wie gelangweilt gegen Wände gelehnt, schauen unwillig in die Kamera, ziehen die Schultern nach vorne – wer freundliches Lächeln und „Bauch-rein, Brust-raus“ erwartet, wird erstaunt sein. Manche der Posen treiben das Relaxt-Gelangweilte noch auf die Spitze, so dass in der Entspannung wieder Spannung entsteht: Extreme Verrenkungen, krasse Rundrücken, krank wirkende Posen passend zu den Gerippen, die sie präsentieren.
couldbevogue2Warum konnte dieser Stil erfolgreich werden? Würde man bei einem Urlaubsknipsbild oder einem Privatkundenshooting so ein Bild abliefern – eine Frau lehnt mit den Schultern gegen eine Wand, die Beine weiter vorne auf den Boden, Blick mit leicht zusammengezogenen Augenbrauen und vorgeschobenem Kinn unwirsch in die Kamera, dicker Schlagschatten, Kopf und Hand angeschnitten – gäb es vermutlich eher enttäuschte Blicke als Lob. Doch genau darin liegt die Ursache für den Vogue-Stil: Dieser Stil soll das Model nicht „nett“, „sympathisch“ oder „hübsch“ aussehen lassen, sondern sich von genau dem abheben. „Eure Regeln von Symmetrie, Schönheit und Stil haben wir nicht nötig“ kommuniziert der Vogue-Stil. Der Fotograf schert sich nicht um die Regeln des Hobbyknipsers, und das Model braucht sich nicht die Mühe geben, sich anständig hinzustellen. In der Vogue oder in den aufwändigeren Produktionen anderer Fotografen wirkt das Model nicht selten, als wenn sie zufällig in einem skurrilen Designerkostüm – völlig untragbar im Alltag versteht sich – gelandet sei, fast wie eine leicht trotzige und selbstbewusste Prinzessin. Günstigere Produktionen wählen oft einfache Outfits wie Leggins und T-Shirt, dazu hat das Model noch Balloons in der Hand, eine Katzenohrenhaarreifen auf dem Kopf oder weit ausladenden Tüll auf den Schultern – Accessoires, die das Outfit „unnormal“ wirken lassen, die klar kommunizieren „das ist eben kein anspruchsloser Schnappschuss“, Accessoires, die manchmal sogar etwas psycho wirken wie kleine Spleens oder Überreste einer Champagnerparty am Vorabend. Als Hintergrund dient dann z.B. eine Betonwand, eine Steingrube, ein Hafengelände oder eine Studioleinwand. Locations, die kühl und ungemütlich wirken, verstärken noch den Kontrast zur Schnappschussidylle.
couldbevogue3Auch das Make-Up ignoriert Übliches: Die Betonung der Lippen oder der Augen sind in vielen Kulturen typische Schminkstile, vielleicht sogar mit biologischer Verankerung um den männlichen Gegenüber zu suggerieren, dass die Dame jung und gesund ist. Nun sind es die Augenbrauen, die plötzlich dick und blockartig geschminkt werden, die Haut wirkt porzellanig, fast schon zerbrechlich, die Haare wild toupiert. Rouge und Lippenstift bedienen sich oft ungewohnten Farben und Formen.
Diese Optik ist eine neue Art der Arroganz, nicht mehr das Aufrechte, Formelle ist arrogant, denn das kann jeder normal Berufstätige. Arrogant und überlegen wird das Gegenteil. Damit das funktioniert, damit das Bild erkannt wird als Vogue-Stil und nicht als schlechte Aufnahme disqualifiziert wird, braucht es Extreme, krassere, kranke Posen, skurrile Accessoires, grandios opulente oder sehr ungemütliche oder kalte Locations. Das Model kommuniziert seine Überlegenheit gegenüber all den Schnappschuss-Fotografien, aber auch gegenüber all denen, die es nötig haben, sich extra in Pose zu schmeißen, extra nett von billigen Zeitschriften wie der TV-Spielfilm zu lächeln, es ist auch überlegen gegenüber allem Pomp und Chic, der ihm geboten wird, es interessiert sie nicht, ob in einem Schloss oder auf einem Schrottplatz geshootet wird, und auch nicht, ob der typische Normal-Mann sie als attraktives, sympathisches, gesundes und letztlich fortpflanzungsfähiges Geschöpf wahrnimmt. Ein Forum zur Dokumentation dieses Nicht-Interesses bieten zahlreiche Communities im Internet – und da wird es dann sehr interessant, wer es am besten kann. Längst geht es nicht mehr darum, wer es wirklich zu einem guten Job geschafft hat – viele würden auch zahlen, um in der Vogue veröffentlichen zu dürfen, Status hat Kommerz längst abgelöst. Und so lange man nicht in der Vogue ist, kann man zumindest so tun als ob: kranke Pose, Leggins, T-Shirt und Luftballons, arrogant-gelangweilter Blick, Textelement und Schwarz-Weiß …

… und ja, Vogue-Stil gefällt mir gelegentlich und ist ein verhältnismäßig schneller Bearbeitungsstil, der auch nicht so berauschende Bilder retten kann :-)
(wofür die nachfolgenden Bilder selbstverständlich keine Beispiele sein sollen ;-)

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couldbevogue6modelle: ophelia’s overdose, sarah-joelle, jenny, eva, filiz I styling: opehlia’s overdose, sayuri, angel I bea: jamari, imre fejes I support: eddy art, oliver meyer

Tea Xuxu – The Dark Side

// Juni 10th, 2010 // 2 Comments » // Einblicke

Hell und Dunkel – das könnten die beiden Stichworte sein, mit denen sich die beiden Hälften des Shootings mit Tea Xuxu beschreiben lassen. Zuerst ging es in eine Industrielocation (lieben Dank an Olli Rudolph für den Tipp!) und danach in die Natur, in den Sand.

Tea bekam an diesem Tag die volle Ladung – Glassplitter, Dreck, Sand ins Gesicht – aber hat sich bewundernswert gehalten. In der dunklen industrieartigen Location gab es den Dreck und die Glassplitter. Wir haben dort ein leicht gruselig angehauchtes Fashionthema umgesetzt. Heraus kam eine Collage von mir und eine von Sebastian. Ich freue mich riesig, dass Sebastian jetzt auch mal öfter zur Kamera greift. Wir haben es uns so aufgeteilt, dass er für Portraits verantwortlich ist und ich die Skurrilitäten und Ganzkörpergeschichten versuche. Bei unseren beiden fokusschwachen Kameras ist so hoffentlich bei irgendwem was scharfes dabei und wir haben doppelt Spaß!

Model: Tea Xuxu I Visagistik: Gamze Güven I Support: Sebastian

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… und hier Sebastian’s Arbeit:

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FASHION… und sogar in schwarzweiss!

// Mai 10th, 2010 // 5 Comments » // Einblicke

sayuriweek1Die “Sayuri-Week” bei meinem geschätzten Kollegen Olli Meyer ist nun schon eine Weile her, aber noch lange sind nicht alle Bilder verarbeitet!
Die Designerin Sayuri, die nicht nur für die Outfits, sondern auch für die Haar- und Makeupkreationen verantwortlich ist, hat mir dabei geholfen, weitere Bilder fertig zu machen.

Ich bin echt begeistert von den Ergebnissen, v.a., den Schwarz-Weiß-Bildern, denn wer mich kennt, weiss, dass ich mich damit besonders schwer tue. Ich ticke eben eher bunt, und gerade bei dem Beefeater in dem roten Jäckchen wäre ich nie darauf gekommen, Schwarz-Weiß zu wählen – aber es gefällt mir doch.

Lieben Dank an Sayuri, Olli und den Modellen Filiz, Jenny und Eva.

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Sayuri-Week – eine Woche cooler Stylings

// April 18th, 2010 // 3 Comments » // Einblicke

Fast eine Woche lang durchshooten – das war die einzige Information, die ich vor der “Sayuri-Week” bei Oliver Meyer in Wiesbaden hatte, und mehr brauchte ich auch nicht. Es würde viel zu tun geben, das war mir also klar. Und genau so kam es auch, viel zu tun und viel Abwechslung und am Ende auch viel Erschöpfung.
Sayuri hatte die Modelle selbst nach ihren Styling-Wünschen ausgewählt und entsprechende Outfits, Schmuck und Haarteile in ihrem umfangreichen Gepäck. Das resultierte in einer tollen Styling-Vielfalt, von elegant, über rockig bis skurril – doch alles in einem aufwändigen Sayuri-Style. Spannend ist es auch immer wieder zu sehen, wie doch recht unterschiedliche Fotos Olli und ich von der gleichen Situation/Location/Person machen (okay, Ollis Canon-Bilder sind deutlich öfter scharf als meine … :-/). Ich danke allen beteiligten Modellen, dem Fashion-Guru Olliii und unserer Pinselmieze, Bekleidungsspezialistin und Königin der Kopfaufbauten Sayuri!

Modelle: Phuong, Mandy, Laura, Eva, Jenny, Sandra, Filiz, Lina, Dine I Support & Studio: Oliver Meyer I Styling & Visagistik: Sayuri Bloom

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Making of Bizarre Rubber

// Februar 16th, 2010 // 3 Comments » // Einblicke

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bizarrerubber2Latex in skurrilen Formen – einen Hauch futuristisch, einen Hauch Barock – hat Tatjana Warnecke in einer neuen Kollektion verwirklicht. Dazu das perfekte Model für außergewöhnliche Themen, Ophelia’s Overdose, Herbs chices Studio und Herbs und Ammaru’s Support – auf diese Weise entstanden die Bilder dieser neuen Serie.
Okay, ich habe auch ein Bild eingeschmuggelt, bei dem das Outfit auf Herb zurückgeht, der Gute konnte mal wieder bei dem Anblick eines Damenhuts nicht wiederstehen und musste ihn kaufen – you rock!
Natürlich habe ich auch noch etwas angehängt, wo man Tatjanas wunderbare Kostüme richtig anschauen kann, ohne irgendwelche Bildskurrilitäten sind sie ja schon chic genug!
Veröffentlicht auch im BDSM & Fetish Terminkalender, falls es jemand schon gesehen hat …
;-)

Model: Ophelia’s Overdose I Fashion: Tatjana Warnecke I Support: Herb Krämer, Ammaru

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Tipps & Tricks – Was in Deinen Modelkoffer gehört

// Januar 21st, 2010 // 3 Comments » // Modeln, Tipps & Tricks

modelkoffer1Ich habe schon alles erlebt, Modelle, die mit einer kleinen Plastiktüte kamen oder Damen, die einen Kleintransporter vollgeladen haben. Natürlich bevorzuge ich den Kleintransporter. Ein paar Must-Haves sollten aber immer dabei sein:

-        Notfallmakeupset: Auch wenn eine Visagistin an Bord sein soll – wenn sie im Stau steht und ein paar Stunden später kommt, oder wenn sie kurzfristig ganz ausfällt, muss das nicht das Ende eines Shootings bedeuten. Deswegen solltest du ein Notfallset dabei haben, mit Wimperntusche, hellen und dunklem Lidschatten, Eyeliner, Grundierung, Lipliner in hell, dunkel und leuchtend rot, sowie passende Lippenstifte, Nagellack in hell, leuchtend rot und schwarz.

-        Haarteile: Gleiches gilt natürlich für die Frisur, auch hier soll ein Visa-Ausfall kein Drama darstellen. Solltest du selber nicht mit Lockenwicklern, Glätteisen und Hochsteckgeräten arbeiten können, versuche dich mit Haarteilen in deiner Haarfarbe – die einfachste und schnellste Möglichkeit, frisiert auszusehen. Auch Hüte, Haarbänder o.ä. können un- oder schlechtfrisierte Häupter zieren. Haarklammern helfen, Blumen, Schmuck oder sonst was um den Kopf zu dekorieren.

-        Dessous: Auch wenn es um ein Fashionthema geht, und auch, wenn du die Mode gestellt bekommst, solltest du zwei bis drei Dessoussets dabei haben – damit nichts durchscheint unter den Outfits. Durchscheinende Dessous bedeuten oft sehr viel Retuscheaufwand und auch solche Kleider können im Licht einer Blitzanlage leicht transparent werden, die es im Normallicht kaum sind. Am wichtigsten (aber leider am seltensten im Modelkoffer) ist ein schlichtes Set in Hautfarben. Es sollte nach Möglichkeit frei sein von Spitze, Perlchen oder sonst welchen Verzierungen und nicht zu stoffreich sein. Gut ist ein Trägerloser BH, der durchaus gepolstert sein darf und ein Höschen im Normalschnitt oder mit einem transparenten Band an den Seiten. Zum hautfarbenen Set kommen ein Set in weiss und eins in Schwarz, wenn du besonders gut ausgerüstet sein möchtest. Solche schlichten Sets können je nach Thema auch auf dem Bild Einsatz finden.

modelkoffer3Bedenke: Selbst wenn der Fotograf einen Vorrat an Dessous da hat – solange du nicht weisst, wie gebraucht sie sind, hast du sicher wenig Lust, sie anzuziehen. Also liegt das wirklich in deiner Verantwortung.

-        Strümpfe: Hier gilt ähnliches wie bei den Dessous. Am besten gerüstet ist man mit Strümpfen in hell, hautfarben und schwarz. Bei Dessousthemen mit Strumpfhalter sind natürlich halterlose Strümpfe von Vorteil, ansonsten auch verzierte passend zu den Dessous, während bei normaler Kleidung Strumpfhosen oft besser geeignet sind. Und auch wenn’s strumpfhosenlos aussehen soll, bevorzugen viele Modelle hautfarbene Strumpfhosen, die etwa blaue Flecke, Rötungen, Zellulite o.ä. weniger sichtbar machen.

-        Sicherheitsnadeln und Klemmen: Helfen, alles mögliche in Position zu halten.

-        Hohe Schuhe: Auch gut ausgestattete Studios können nicht Schuhe in jeder Größe bereit halten. Ausserdem wäre das recht unhygienisch. Also nimm selber Schuhe mit. Auch hier gilt, dass man mit hell und dunkel, schlicht, auf Nummer Sicher fährt. Wenn du selbst Outfits mitbringst, kannst du sie ja leicht abstimmen. Auch bei Themen, die gar keine Schuhe involvieren, solltest du Pumps dabei haben: Man steht einfach anders auf hochhackigen Schuhen, das gefällt vielen Fotografen.

-        Einzelteile: Gar nicht so selten kommt es vor, dass man keine genauen Outfits abgesprochen hat und möglicherweise keine Outfits gestellt werden. Handelt es sich bei so einem Shootign um ein freies Fashionshooting, sind folgende Teile sinnvoll: Bodys, schlichte Einteiler, z.B. mit breiten Gürteln aufgepeppt, Korsetts, Hüte. Und natürlich das Ausgefallenste, was der Kleiderschrank hergibt.

Und, ganz abgesehen von all dem: Pack auch etwas zu Essen ein. So ein Shooting kann lang und anstrengend sein und nicht überall ist McDonalds nebenan…

Model: Meike I Hair & Make-Up: Melli I Support & Studio: Oliver Meyer

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Making of “Zeiten, die es nie gab”

// November 25th, 2009 // 5 Comments » // Einblicke

zeitendiesesniegab1Was wäre, wenn zu dem Zeitpunkt, als die Dampfmaschine erfunden wurde, sich alles anders entwickelt hätte? Wie könnte die Zukunft alternativ aussehen?  Darüber Gedanken macht sich die Steampunk-Subkultur – Sci-Fi von Gestern, verewigt in Romanen etwa von Jules Verne und Mark Twain. Die Ästhetik ist an das 19. Jahrhundert angelehnt, verziert, messingreich, die Funktionalität sieht die Dampfmaschine als Basis für zahlreiche Techniken, für den analogen Computer, für verschiedenste Arten von Fortbewegungsmitteln.

Shades Nosferatu gibt mit seiner Modekollektion einen spannenden Einblick eine Zeit, die niemals war und wohl niemals sein wird: Ophelia trägt eine maschinenartige Armschiene, die in einer apokalyptischen, aber doch ästhetischen Version der Gegenwart für Sauerstoff sorgt, und die Kette um den Hals versprüht diesen, so dass sie ihn einatmen kann. Auf dem Feld nahe meines Studios in Bonn, wo wir die Steampunk-Endzeit probten, herrschte schon die passende Stimmung – verdorrte Pflanzen, kühler Dunst in der Luft. So fiel es uns nicht schwer, sich in die Zeit zu denken.

zeitendiesesniegab3Unser zweites Outfit stammte von AMF-Corsets, als Thema hatte sich Ophelia wieder eine Zeit gewählt, die es nicht gab, die nur in der antiken Mythologie einen Platz gefunden hat: Die Zeit der Satyre, Mischungen zwischen Mensch und Ziege im Gefolge des Weingotts Dionysos. Umgesetzt werden sollte das Thema im Wald. Frau + Baum ist eigentlich eine Kombination, mit der ich nicht so viel anfangen kann. Als ich noch mehr als Model unterwegs war, schien das für manche eine bequeme, kostengünstige Lösung: Stell dich halt unter den Baum! Doch Uli Allgaier, Olli Meyer und einige andere Fotografen haben mir seit Mitte 2009 doch mehr Lust auf Natur gemacht, so dass ich mich an die Kombi Frau oder sagen wir, Faun + Baum, getraut habe. Ganz lieben Dank auch an Alexander Kirsch, der tatkräftig Ophelias Leiter gespielt hat.

Nach diesen Zeitreisen veranstalte ich wieder Raum-Reisen und befinde mich gerade in Davos in der Schweiz, kurz vor dem Aufbruch nach Zürich und Bern.

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Model: Ophelia’s Overdose I Outfits: Shades Nosferatu, AMF-Corsets I Support: Alexander Kirsch

Making of Zirkus-Shooting

// November 20th, 2009 // 5 Comments » // Einblicke

„Ich werde eine Zirkuskollektion designen, möchtest du sie fotografieren?“ Was für eine Frage, die Sayuri mir vor ein paar Monaten gestellt hat – natürlich wollte ich! Zum Thema Zirkus habe ich einen besonderen Bezug: 2002 war ich selbst eine Weile mit einem Zirkus, Zirkus Zaballo, unterwegs gewesen, hatte mich mit den Pferden beschäftigt, orientalischen Tanz aufgeführt und am Elefanten geturnt. Zirkus Zaballo existiert leider nicht mehr in der Form wie früher. So haben wir über die Zaballo-Leute einen anderen Zirkus gesucht und gefunden. Ein traditioneller Familienzirkus sollte es sein, keine moderne Bühnenshow. Genau das hatten wir im Zirkus Hansa vorgefunden.

Drei Tage brauchte das Shooting, da wir nur vormittags vor der Vorstellung ein relativ begrenztes Zeitfenster nutzen konnten. Für die insgesamt 5 beteiligten Modelle – 2 am ersten Tag, 4 am zweiten, 1 am dritten – muss es sehr stressig gewesen sein: Kalt, wenig Zeit, weite Anreise, unbequeme Posings, störrische Ponys… aber sie haben sich sehr tapfer geschlagen. Auch Hans und Britta Duengel, Achim Unger und Sebastian gilt ein riesen Dankeschön für Licht, Nerven, Unterkunft und grandiosen Support! Nerven bewahren war auch nötig: Am zweiten Tag, knapp hatten wir das Licht aufgebaut, hiess es plötzlich, wir sollten verschwinden, warum wir schon wieder fotografieren würden. Glücklicherweise löste sich der Konflikt alsbald. Zirkusdirektor Charly, mit dem ich zuvor alles abgesprochen hatte, musste zum Arzt und seine Cousins waren nicht informiert. Zudem konnten wir fast nie das Stromaggregat laufen lassen, welches die Lämpchen und Scheinwerfer versorgt, denn der Zirkus stand auf einem Parkplatz in einer Ortschaft und die Anwohner hatten sich schon über die Lautstärke des Aggregats, die Vorstellungen etc. beschwert. Wie untolerant, dabei stand auf diesem Platz schon seit Jahren kein Zirkus mehr!

Der letzte Shoottermin fand drei Tage nach den vorherigen statt und der Zirkus hatte mittlerweile einen anderen Platz bezogen, eine Wiese, etwas matschig, aber ohne unangenehme Anwohner. Hier ging es hauptsächlich darum, für den Zirkus Frontalaufnahmen der Tiernummern zu machen. Tjalda, eine erfahrene Reiterin als Model war da natürlich optimal. Was mir jedoch zuvor, auch aus meiner eigenen Zirkuserfahrung gar so nicht bewusst war: Die Tiere können ihre Lektionen, sind jedoch an deren Ablauf so sehr gewöhnt, dass es schwierig wird, wenn sie z.B. länger stillstehen sollen oder an einer anderen Stelle als sonst aufs Posament steigen sollen.

Viele Herausforderungen also, eine gute Prise Chaos, aber auch viel Unterstützung und tolle Modelle und Kostüme – ich danke Euch allen!
Die Bilderserie findet Ihr auf meiner Homepage unter www.jamari-lior.de/projekte.htm

zirkus-collage1
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Modelle: Sayuri, Meli, Akira Sun, Manu, Tjalda I Design: Sayuri GFC I Visagistik: Sayuri I Support: Hans und Britta Duengel, Achim Unger, Sebastian

Shopping in Köln

// Oktober 25th, 2009 // No Comments » // Tipps & Tricks

shoppinginkoeln1Unterwegs in meiner Heimatregion und noch zu viel Geld im Portemonnaie? Dem kann Abhilfe geschaffen werden – auf Les Mads findet Ihr einen prima Shopping Guide für Köln: http://www.lesmads.de/2008/06/shopping_guide_koln.html

Und falls Ihr gerade in New York seid, gibt es dafür auch einen Shopping Guide, wenn ich mich recht erinnere*g*

Ihr könnt natürlich auch bei mir ein besonders großes Shootingpaket buchen, als gute Shopping-Alternative.
;-)

(@ die Girls von “Les Mads”: Tolle Seite!)…

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Making of Natura Futuristica

// Oktober 21st, 2009 // No Comments » // Einblicke

futuristica2Mode der Zukunft – wie wird sie aussehen? Der Vision von Designerin Sayuri GFD zufolge finden Natur und Mode zusammen. Sie hat eine spacige Modestrecke geschaffen, die weiche Formen mit schillernden Stoffen kombiniert. Auch das Make-up der Zukunft wird speziell aussehen: Silberne Gesichter, toupierte Haare mit Baumschmuck verziert.

Visagistin Gabi hatte das Vergnügen, Sayuri und mich dafür herzurichten. Mit Hilfe von Oliver Meyer entstanden dann die Fotos von Natura Futuristica, die in der Bearbeitung sowohl durch Lichteffekte, wie auch durch weitere Naturelemente Verzierungen erhielten.naturafuturistica

Die komplette Strecke findet Ihr hier auf meiner Portfolio-Homepage: www.jamari-lior.de/projekte.htm

Ich bin gespannt, ob wir 2050 tatsächlich so herumlaufen werden! Unbequem ist es jedenfalls nicht :-)

Modelle: Sayuri, Jamari I Design: Sayuri GFD I Visagistik: Gabi (Zimt-Make-up) I Support & Studio: Oliver R. Meyer

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