Archive for Fotografieren

“It could be VOGUE…”

// Juni 22nd, 2010 // 5 Comments » // Fotografieren, Modeln

couldbevogue4Es ist eine der teureren Zeitschriften am Kiosk und überhaupt, sie am Kiosk zu kaufen ist schon fast profan. Mit ihr unter dem Arm fühlt man sich mondän, elegant und gehoben, als hätte man sie auf dem Flughafen oder zumindest im internationale Presse-Laden eines großen Bahnhofs erworben. Aber es gibt noch ein weitaus erhebenderes Gefühl, als mit der Vogue lässig in eine Damenhandtasche, von der der Unkundige hoffentlich annehmen mag, sie war so teuer wie eines der zahlreichen „Sex and the City“-Accessoires, und den Fast-Manolos an den Füßen durch die Straße zu spazieren: In der Vogue zu sein. Oder zumindest so tun als ob.
Genau das ist der Stil, den die Modelle heute nachfragen, zumindest jene, die von Figur und Gesicht noch eine entfernte Ähnlichkeit mit dem typischen Vogue-Modellen haben. Der Fotograf blättert die Zeitschrift durch und sucht sich jene Bildstrecken aus, die keinen Palast als Location erfordern und kein 500-Dollar-Styling, und alle Beteiligten hoffen, dass vogue-ähnliche Bilder auch mit dem H&M-Kleid funktionieren mögen. Im Notfall gibt es zwei Rettungsmöglichkeiten: Mach das Bild schwarz-weiß und lege Text darüber. Am besten etwas auf Französisch mit vielen accent aigu und accent grave, damit es auch der Unkundige mitbekommt, dass nicht „Eleganz“, sondern „élégance“ gemeint ist. „Nummer sicher“ wäre, einfach den Text aus einer veralteten Vogue-Ausgabe abzuschreiben – die wissen sicher schon, was sie zu sagen haben. Und eigentlich wird es auch keiner lesen – das Textelement dient nur als Verschönerung gleich einem Schnörkel und als Qualitätsmerkmal wie ein Stempel.
couldbevogue5Doch welches Foto hat einen solchen Qualitätsstempel verdient? Erstaunliches tut sich auf: Denn viele jener Bilder wirken wie Schnappschüsse aus der Hüfte. Man sieht Bilder mit starken Überbelichtungen, Verwacklungen, Bildausschnitte, die Finger abschneiden oder Füsse und dicke Schlagschatten. Auch auf Seite der Modelle findet man Nachlässigkeiten: Sie stehen wie gelangweilt gegen Wände gelehnt, schauen unwillig in die Kamera, ziehen die Schultern nach vorne – wer freundliches Lächeln und „Bauch-rein, Brust-raus“ erwartet, wird erstaunt sein. Manche der Posen treiben das Relaxt-Gelangweilte noch auf die Spitze, so dass in der Entspannung wieder Spannung entsteht: Extreme Verrenkungen, krasse Rundrücken, krank wirkende Posen passend zu den Gerippen, die sie präsentieren.
couldbevogue2Warum konnte dieser Stil erfolgreich werden? Würde man bei einem Urlaubsknipsbild oder einem Privatkundenshooting so ein Bild abliefern – eine Frau lehnt mit den Schultern gegen eine Wand, die Beine weiter vorne auf den Boden, Blick mit leicht zusammengezogenen Augenbrauen und vorgeschobenem Kinn unwirsch in die Kamera, dicker Schlagschatten, Kopf und Hand angeschnitten – gäb es vermutlich eher enttäuschte Blicke als Lob. Doch genau darin liegt die Ursache für den Vogue-Stil: Dieser Stil soll das Model nicht „nett“, „sympathisch“ oder „hübsch“ aussehen lassen, sondern sich von genau dem abheben. „Eure Regeln von Symmetrie, Schönheit und Stil haben wir nicht nötig“ kommuniziert der Vogue-Stil. Der Fotograf schert sich nicht um die Regeln des Hobbyknipsers, und das Model braucht sich nicht die Mühe geben, sich anständig hinzustellen. In der Vogue oder in den aufwändigeren Produktionen anderer Fotografen wirkt das Model nicht selten, als wenn sie zufällig in einem skurrilen Designerkostüm – völlig untragbar im Alltag versteht sich – gelandet sei, fast wie eine leicht trotzige und selbstbewusste Prinzessin. Günstigere Produktionen wählen oft einfache Outfits wie Leggins und T-Shirt, dazu hat das Model noch Balloons in der Hand, eine Katzenohrenhaarreifen auf dem Kopf oder weit ausladenden Tüll auf den Schultern – Accessoires, die das Outfit „unnormal“ wirken lassen, die klar kommunizieren „das ist eben kein anspruchsloser Schnappschuss“, Accessoires, die manchmal sogar etwas psycho wirken wie kleine Spleens oder Überreste einer Champagnerparty am Vorabend. Als Hintergrund dient dann z.B. eine Betonwand, eine Steingrube, ein Hafengelände oder eine Studioleinwand. Locations, die kühl und ungemütlich wirken, verstärken noch den Kontrast zur Schnappschussidylle.
couldbevogue3Auch das Make-Up ignoriert Übliches: Die Betonung der Lippen oder der Augen sind in vielen Kulturen typische Schminkstile, vielleicht sogar mit biologischer Verankerung um den männlichen Gegenüber zu suggerieren, dass die Dame jung und gesund ist. Nun sind es die Augenbrauen, die plötzlich dick und blockartig geschminkt werden, die Haut wirkt porzellanig, fast schon zerbrechlich, die Haare wild toupiert. Rouge und Lippenstift bedienen sich oft ungewohnten Farben und Formen.
Diese Optik ist eine neue Art der Arroganz, nicht mehr das Aufrechte, Formelle ist arrogant, denn das kann jeder normal Berufstätige. Arrogant und überlegen wird das Gegenteil. Damit das funktioniert, damit das Bild erkannt wird als Vogue-Stil und nicht als schlechte Aufnahme disqualifiziert wird, braucht es Extreme, krassere, kranke Posen, skurrile Accessoires, grandios opulente oder sehr ungemütliche oder kalte Locations. Das Model kommuniziert seine Überlegenheit gegenüber all den Schnappschuss-Fotografien, aber auch gegenüber all denen, die es nötig haben, sich extra in Pose zu schmeißen, extra nett von billigen Zeitschriften wie der TV-Spielfilm zu lächeln, es ist auch überlegen gegenüber allem Pomp und Chic, der ihm geboten wird, es interessiert sie nicht, ob in einem Schloss oder auf einem Schrottplatz geshootet wird, und auch nicht, ob der typische Normal-Mann sie als attraktives, sympathisches, gesundes und letztlich fortpflanzungsfähiges Geschöpf wahrnimmt. Ein Forum zur Dokumentation dieses Nicht-Interesses bieten zahlreiche Communities im Internet – und da wird es dann sehr interessant, wer es am besten kann. Längst geht es nicht mehr darum, wer es wirklich zu einem guten Job geschafft hat – viele würden auch zahlen, um in der Vogue veröffentlichen zu dürfen, Status hat Kommerz längst abgelöst. Und so lange man nicht in der Vogue ist, kann man zumindest so tun als ob: kranke Pose, Leggins, T-Shirt und Luftballons, arrogant-gelangweilter Blick, Textelement und Schwarz-Weiß …

… und ja, Vogue-Stil gefällt mir gelegentlich und ist ein verhältnismäßig schneller Bearbeitungsstil, der auch nicht so berauschende Bilder retten kann :-)
(wofür die nachfolgenden Bilder selbstverständlich keine Beispiele sein sollen ;-)

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couldbevogue6modelle: ophelia’s overdose, sarah-joelle, jenny, eva, filiz I styling: opehlia’s overdose, sayuri, angel I bea: jamari, imre fejes I support: eddy art, oliver meyer

TION2010: Kartenverkauf hat begonnen!

// Dezember 4th, 2009 // 3 Comments » // Fotografieren, Tipps & Tricks

tion20101Zur Abwechselung gibt es heute mal den Hinweis auf ein Event, wofür seit dieser Woche der Kartenverkauf begonnen hat:

Am 24./25. April 2010 findet in Köln im E-Werk die TION2010 statt – ein Photoshop-Event, das mit viel Motivation und Herz von Calvin Hollywood vorangetrieben wird.

Die Veranstaltung richtet sich sowohl an Fotografen als auch an Bildbearbeiter – egal ob Anfänger oder Profi. Die Teilnehmerbegrenzung liegt bei 600 Gästen. Der Schwerpunkt der Veranstaltung, zu der viele interessante Kollegen als Referenten aufgestellt sind, liegt bei der Bildbearbeitung – dennoch bieten einige Vorträge auch tiefe Einblicke in die tion20102Auftragsabwicklung, Fotografie, Lichtführung und Bildverwaltung. Ich habe mich selbst auch sehr gefreut, als Calvin mich vor einiger Zeit angesprochen und gebeten hat, auch einen Vortrag über meine Arbeiten im Rahmen des Events zu halten – vor allem weil er wirklich schon ein paar “Schmankerl” im Vortragsprogramm hat…

Neben dem Rahmenprogramm gibt es übrigens noch eine Photoshop-Help-Station, Live Fotoshootings und jede Menge persönliche Meetings mit den Referenten. Natürlich ist auch für ein passendes Abendprogramm gesorgt.

Jedem Interessierten empfehle ich also mal einen Blick auf die Website und das Programm zu werfen – zumal die ersten 100 Frühbucher-Karten bereits verkauft sind und die nächsten 300 etwas günstigeren Karten bestimmt auch schnell weg sind
;-)

Zur TION2010-Homepage: http://www.tion2010.de/

Tipps & Tricks: Location-Test

// November 12th, 2009 // 2 Comments » // Fotografieren, Tipps & Tricks

location-test2Hier plädiere ich für etwas, das ich fast nie mache – mal aus Zeitmangel, mal aus Mangel an Transportmöglichkeiten, mal, weil es von Seiten der Location nicht gefragt ist: Ein Location-Test. Aber gerade, wenn ein wichtiger Auftrag ansteht, hilft ein Locationtest viel, merkt man doch immer wieder …

Optimal ist es, wenn zwischen Test und Shooting wenig Zeit vergeht. Wenn man z.B. zwei Tage vor dem eigentlichen Shooting testet, kann man, falls nötig, zum Shooting noch anderes Equipment organisieren – vielleicht einen anderen Lichtformer. Andererseits hat man aber auch ähnliche Bedingungen wie beim Shooting – bei einem sehr frühen Location-Test ist das oft nicht der Fall. Beispiel: Shooting für ein Möbelhaus. Testet man einige Wochen vorher, kann das Möbiliar beim Shooting selbst schon verändert sein und auch die Lichtsituation des natürlichen Lichts, dessen Einfall vielleicht eine wichtige Lichtkomponente darstellt, kann durch den Jahreszeitlichen Zyklus schon wieder anders sein. Vielleicht fand man gerade den Abendlichteinfall besonders schön in der Leder-Sitzecke, und beim eigentlichen Shooting ist dann weder das Abendlicht, noch die Sitzecke noch vorhanden. So erklärt sich auch, dass der Test um dieselbe Tageszeit stattfinden sollte wie das Shooting. Wenn ein ganzer Tag zur Verfügung steht, sollte man sich notieren, wann das Licht für welches Set am besten ist (sofern es genutzt werden soll), sowie andere zeitliche Besonderheiten, etwa wann an einem Wochentag in einem Laden am meisten Publikumsverkehr herrscht etc.

location-test3Vielleicht hast du das Glück, dass bei deinem Locationtest die Originalmodelle schon zur Verfügung stehen. Die Visagistin wird es wahrscheinlich nicht, aber mit den Modellen und noch besser, auch mit den Outfits kannst du dir schon sehr konkrete Einstellungen überlegen und vielleicht schon fotografieren. Da es sich bei diesen Einstellungen eher um die location-betonenden handeln wird, also die Einstellungen, die für dich wahrscheinlich am herausforderndsten werden, fällt eine fehlende Visagistik u.U. wenig ins Gewicht und, wer weiss, vielleicht wirst du eines der Testfotos sogar später als eines deiner besten Bilder auswählen. Auf jeden Fall lohnt es sich, nicht nur die Location zu besichtigen, sondern auch Fotos zu machen. Während des eigentlichen Shootings behälst du dann im Auge, was du dir vorgenommen hattest und verzettelst dich nicht. Versehen mit der Uhrzeit, z.B. in den Metadaten, falls du die Bilder auf dem Laptop mitnimmst, siehst du auch, wann welche Einstellung am besten funktioniert. Du kannst die Fotos auch dem Locationinhaber – sofern er dein Kunde ist – kurz zeigen und erläutern, was du nun beim tatsächlichen Shooting umsetzen möchtest; vielleicht hat er noch Wünsche oder Ideen. Oder du hast noch Wünsche und Ideen, z.B. dass Möbel weggerückt werden sollen, Bilder von der Wand gehängt o.ä. und kannst ihm das Mittels deiner Fotos erklären. Auch für die Visagistin beinhalten diese Bilder wichtige Infos: Sie weiss, für welche Einstellungen sie besonders ordentlich arbeiten muss und wo das weniger eine Rolle spielt. Bei einem straffen Zeitplan wird das viel erleichtern.

Und, du hast bei einem Locationtest auch die Chance, montagetaugliche Bilder der Location zu machen: Wenn beim Shooting gar nichts mehr funktioniert, kannst du im Notfall die Testfotos als Montagehintergründe verwenden. Hoffen wir natürlich nicht, aber sicher ist besser…

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Fotos im Artikel: Themenhotel in FFM. Jamari Lior. CF-Photography & Frank Heinen.

Must Have – Violine

// Oktober 29th, 2009 // No Comments » // Fotografieren, Tipps & Tricks

musthaves_violine 1Eine Geige ist natürlich eine feine Sache für die Hintergrundmusik, aber auch als Accessoire recht tauglich. Sie lässt sofort Musik assoziieren, v.a. klassische oder Gypsy-Musik und passt dementsprechend auch zu derartigen Themen – gleich ob klassische Kleidung präsentiert werden soll, klassischer Akt oder Zigeunerromantik.

Allerdings sieht man bei der Geige besonders deutlich, ob ein Model ihr auch Töne entlocken kann oder nicht. Deshalb empfiehlt es sich, das Instrument nur im Setting zu platzieren, ohne es tatsächlich zu benutzen. Dann ist es auch nicht schlimm, wenn nur noch eine Saite vorhanden ist oder gerade kein Bogen parat liegt. Eine günstige Geige kann man z.B. einer Musikschule abkaufen. Für Fotozwecke ist es auch nicht so tragisch, ob es nun eine 3/4 –Geige für Kinder oder eine ausgewachsene Geige ist, ob sie schön klingt oder nicht.

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Must Haves – Korsetts

// Oktober 1st, 2009 // 2 Comments » // Fotografieren, Tipps & Tricks

musthaves_korsetts (4)Ein Korsett ist ein echtes Must-Have – aber was ist ein Korsett? Oftmals werden Schnürkorsetts verwechselt mit Corsagen, viele sehen sogar auf den ersten Blick identisch aus. Corsagen allerdings schnüren nicht oder nur kaum und sind aus dünneren Materialien gearbeitet. Sie besitzen zwar häufig auch eingearbeitete Stäbchen, doch sind diese sehr biegsam. Auch die Schnüre sind bei Corsagen oft nur aus Satin, bei Korsetts aus festerem Material.

Warum Korsetts?

- Um Form in ein Kostüm zu bringen: Unvorteilhaft hängende Outfits kann man mit einem farblich passenden Korsett formen.

- Um Form in den Körper zu bringen: Gerade bei molligeren Mädels sehen Korsetts eindrucksvoll aus, da sie meist mehr Schnürwirkung erzielen.

- Um Glamour zu geben: Ein Korsett trägt heutzutage fast niemand. Damit ist es immer etwas Besonders, auch wenn man es über ein recht gewöhnliches Outfit trägt

- Um Fetishcharakter zu geben: Ein klein bißchen Fetish schwingt mit – das macht Korsetts noch reizvoller.musthaves_korsetts

- Weil es multifunktionell ist: Die Investition lohnt sich für zahlreiche Themen. Fashionoutfits erhalten einen Touch Glamour und Fetish mit dem Korsett, bei Barockthemen gehört es dazu, Dessous oder Aktaufnahmen können damit aufgebrezelt werden…

Korsetts gibt es in verschiedenen Größen: Solche, die nur die Taille schnüren, höhere, die bist zur Brust, bis halb oder bis ganz über die Brust gehen. Alle Farben sind im Angebot und auch gemusterte Korsetts sind zunehmend auf dem Markt verfügbar. Beim Deckmaterial hat man von Jeans bis Leder eine große Auswahl. Man zahlt musthaves_korsetts (3)zwischen 50 und vielen Hundert Euro je nach Verarbeitungsweise, Material, Muster, Schnitt, Marke etc. Wenn du Model und Korsettneuling bist, bieten dir Tabellen bei Korsettanbietern einen Anhaltspunkt dafür, welche Größe für dich in Ordnung ist. Wenn du Fotograf bist und für deine Modelle einkaufst, solltest du ausnahmsweise eher von einer kleinen Größe ausgehen. Ein kleines Korsett passt nicht nur den schmalen Modellen, sondern kann – hinten weiter offengelassen – auch noch für die breiteren Modelle geeignet sein, während ein zu großes Korsett nicht wie ein Kleid oder eine Bluse hinten absteckbar ist, sondern dann schlichtweg nicht passt.

Aber Achtung: Richtig eng schnüren darf man nur diejenigen, die schon etwas Erfahrung mit Korsetts haben. Die Bewegungsfreiheit ist ein wenig eingeschränkt – Turnübungen und Schuhebinden funktionieren nicht mehr gut, wenn man ein Korsett trägt. Und: Nach dem Tragen hinterlässt das Korsett meistens ein deutliches Abdruckmuster am Bauch. Wenn als noch bauchfreie Aufnahmen geplant sind, sollte man die vor den Korsettfotos aufnehmen!

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Must Haves – Handschuhe

// September 23rd, 2009 // 3 Comments » // Fotografieren, Tipps & Tricks

In den “Must-Haves”, einer Serie von der Ihr hier den ersten Post seht, stelle ich Accessoires und Kleidungsstücke vor, die man unbedingt im Modelschrank haben sollte. Das betrifft natürlich v.a. Modelle, aber – man kennt das ja als Fotograf – da Modelle manchmal kaum ihren Kopf dabei haben, sollte sich auch der Fotograf das ein oder andere zulegen *g*

musthaves_handschuhe 3MUST HAVES – HANDSCHUHE
Garten- oder Skihandschuhe sind nicht gemeint, sondern Damenhandschuhe. Auch nicht unbedingt die 15,99-Euro-Satin-Handschuhe in schwarz oder weiss, die jeder Karnevalsbedarf führt. Diese Sorte ist nämlich fast jedem Model zu weit und wirft ungünstige Falten im Armbereich. Es geht um richtige Damenhandschuhe.

Warum?

- Um Hände zu verdecken: Ungepflegte, abgekaute Fingernägel, aber auch überstylte Nägel mit Bildchen und Smileys drauf, die bei Themen von High Fashion bis Renaissance ziemlich lächerlich wirken, kommen einfach nicht aufs Bild.
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- Um Glamour zu geben: Da Damenhandschuhe ziemlich ungebräuchlich geworden sind, zeigen Fotos, auf denen Damenhandschuhe zu sehen sind, dass es sich um etwas besonders Edles handelt, oft mit der Aura vergangener Zeit oder pompöser Pferderennen.

Für Damenhandschuhe muss man kein Vermögen mehr ausgeben, mittlerweile führen sie auch günstige Läden wie H&M oder Zara. Original-alte zu sensationellen Preisen findest du oft auf Flohmärkten, allerdings sind diese leider meist sehr klein, so dass sie dem deutschen Normalmodel nicht immer passen.
Als Materialien sind dünner Stoff, Leder(imitat) o.ä. geeignet. Samt birgt das Problem, dass er v.a. in Schwarz zu rasch absäuft. Farblich sollten sie zum Restoutfit passen. Sicher fährt man i.d.R., wenn man ein Paar in Hell und ein Paar in Dunkel besitzt.

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Tipps & Tricks – Zahlen, Daten, Fakten oder die Sache mit der Erfahrung

// August 30th, 2009 // No Comments » // Fotografieren, Modeln, Tipps & Tricks

erfahrung1Ich darf mir gratulieren. Wenn auch nicht auf den Punkt genau, denn ich habe ein mieses Zahlengedächtnis, aber so circa vor einem Jahr muss es gewesen sein. Vor etwa einem Jahr habe ich ernsthaft mit dem Fotografieren begonnen. 2007 und Anfang 2008 gab’s zwar auch ab und an Fotos, bei denen ich hinter der Kamera stand, und sogar ein paar Veröffentlichungen und Ausstellung, die aber nichts mit Modelfotografie zu tun hatten (Reise- und Architektur fand ich zunächst spannender). Die Entscheidung, richtig loszulegen, fiel daher eigentlich erst im Sommer 2008.

Eigentlich begehe ich mit meiner öffentlichen Gratulation an mich selbst einen Grundlagenfehler. Ich wusste es schon immer, seit dem Matheunterricht in der Schule: Zahlen sind zu vermeiden. Man sollte nie über Zeit und Alter sprechen, wenn man etwas mit Fotos zu tun hat. Als Fotograf nicht, und als Model, nun ja, sollte man es vermeiden. Denn egal wie alt oder wie lang – schlecht ist es immer.

„Ich fotografiere eigentlich schon immer“, „Hallo, ich bin der Kalle, Jahrgang 1953, meine erste Kamera habe ich mit 8 Jahren bekommen“, „Schon seit 15 Jahren betreibe ich ein Fotostudio und eine Werbeagentur“… Wer kennt solche Sedcardtexte nicht? Und wer kennt nicht die Reaktion darauf, denn allzu oft denkt man sich: Was, der Typ fotografiert schon so lange und hat immer noch keine besseren Bilder zu präsentieren? Solange man sich nicht rein in der künstlerischen Fotografie bewegt, wo es mehr um Geschmack und Aussage geht, bewerten die Betrachter gerne ähnlich anderen Lernbereichen: Wer nach der ersten Woche Englischunterricht schon ein paar Sätze sprechen kann, gilt als begabt, wer aber nach fünf Jahren Unterricht einer Alltagsunterhaltung nicht folgen kann, als untalentiert. Ob man in den fünf Jahren nur sehr sporadisch am Unterricht teilgenommen hat und einen schlechten Lehrer hatte oder in der einen Woche Intensivunterricht von morgens bis abends genießen durfte, interessiert zunächst niemanden.

„Ich fotografiere seit einigen Monaten“ – auch das ist nicht gut. Denn selbst wenn jemand nach kurzer Zeit schon schöne Bilder präsentieren kann, vermutet der Betrachter oft einen Haken: Vielleicht waren das nur Zufallstreffer? Oder die Bilder sind nur unter Anleitung guter Fotografen entstanden. So hört man vielleicht bald lustige Gerüchte über sich – ich habe zum Beispiel erfahren, “dass ich meine Bilder niemals selber bearbeite”.

Aber als Fotograf hat man es ja verhältnismässig einfach und muss gar nicht erwähnen, wie lange man schon fotografiert. Als Model kann man seine Zeit vor der Kamera ebenfalls verschweigen und mit ein paar guten Fotos auf der Sedcard wirkt es schon so, als hätte die Dame jede Menge Erfahrung. Anders ist es mit dem Alter des Models, das i.d.R. nicht völlig unter den Tisch gekehrt werden kann. Auch hier kann man es niemandem recht machen:erfahrung3

Zu junge Modelle um die 18 lehnen manche Fotografen ab: Die sind oft zu unzuverlässig für langfristige Planungen und wissen noch nicht wirklich, was sie wollen – zum Shootingtermin in zwei Wochen vielleicht doch lieber für die Klassenarbeit lernen? Oder bei gutem Wetter doch eher zum Badesee? Oder vielleicht hat das Mädel bis dahin einen neuen Freund, der mit dem Modeln nicht einverstanden ist und lässt es dann ganz bleiben? Abgesehen von Unzuverlässigkeit steht kindisches Verhalten noch ganz oben auf der Liste der Jugend-Faux-Pas: Wenn ein Model etwa bei der Anweisung, verträumt zu schauen, nur noch rumgackert und währenddessen die Golden Hour ins Land zieht, kann das echt ärgerlich sein. Besonders bristant wird es bei Unter-18-Jährigen: Schon die Anweisung, die BH-Träger verschwinden zu lassen, traut sich mancher Fotgraf nicht aus Angst vor späterem Ärger.

Zu alt ist relativ – einerseits, weil manche 20jährige schon die Ausstrahlung einer 40jährigen hat, manche 35jährige aber auch als 25jährig durchgehen könnte, andererseits, weil je nach Thema andere optische Aspekte wichtig werden. Aber es gibt Richtwerte und um die 30 wird es besonders für Newcomer sehr schwierig. Wenn man als Model dann noch eine (größere) Familie hat, kann das zu weiteren Vorurteilen auf Seiten des Fotografen führen: Man unterstellt leicht Unzuverlässigkeit und Zeitdruck – was, wenn ein Kind krank wird? Wieviel Zeit bleibt zwischen Kindergartenabholung, Mittagessenkochen und Windelnwechseln noch für die eigene Pflege und im speziellen für das angesetzte Shooting?

Den Modellen würde ich daher raten, ihr Alter nicht total offensichtlich zu gestalten. Es irgendwo zu verraten ist oft unvermeidbar, aber direkt als Künstlername, etwa in Form von Susi1985, birgt – früher oder später – mehr Risiken als Benefits. Auch Familienaspekte würde ich nicht sofort preisgeben. Gegen ein „ich bin in einer glücklichen Beziehung“, das in einen kleinen „über mich“-Text eingebunden erscheint, ist nichts einzuwenden. Meistens ist das wohl Selbstschutz, mit dem das Model klarmachen möchte, dass es nicht auf der Suche nach einem neuen Lover ist.

Manche Fotografen nennen ihr Alter. An sich ist das unnötig – wenn ich als Model lese, dass ein toller Fotograf 18 oder 88 ist, würde mich das beides nicht abhalten. Etwas unnötig ist es, wenn ein Fotograf sich gleich einem Singlebörsentext vorstellt: „Hi, ich bin 25 und spiele in meiner Freizeit Fussball und Basketball und fotografiere auch ein wenig.“ Ein „Ich bin 45, glücklich verheiratet und Vater von 3 Kindern“ suggeriert, dass der Betreffende nicht darauf aus ist, mit einem Model anzubändeln – daher okay.

So, nun habe ich mein Sektglas zum Einjährigen auch schon geleert und stürze mich ins zweite Jahr und überlege, ob ich euch demnächst mal ein paar Erstlingswerke antue…

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Netzfundstück: Die “goldene Stunde” für Fotos erwischen (v.a. für Gegenlicht und Sonnenuntergang)

// August 24th, 2009 // No Comments » // Fotografieren, Tipps & Tricks

Goldie, wann genau ist im Moment gleich wieder die beste Uhrzeit für Gegenlichtfotos im Sonnenuntergang?, fragt mich Jamari zum x-ten Mal in den letzten Wochen. Leider kann man die Antwort ja nicht so pauschal fürs ganze Jahr geben. Anderfalls hätte ich ihr spätestens gestern die Antwort auf einen Post-it-Zettel geschrieben, den ich wahlweise an Spiegel oder Stirn hefte. Nein, man(n) sollte ja wirklich über die Frage nachdenken – denn die Antwort ändert sich von Tag zu Tag strenggenommen und dann auch nochmal von Ort zu Ort (also in Abhängigkeit der Erdrotation und Position zur Sonne). Und von meiner grob geschätzten Antwort (nein, ich schreibe mir nicht jeden Tag die Uhrzeit des Sonnenuntergangs und schon gar nicht erst des Sonnenaufgangs auf) hängt dann die komplette Planung für eine Location ab (also Anfahrtszeit, Aufbau, Maske usw.), um im richtigen Moment soweit zu sein, dass die Bilder in den Kasten kommen.
Da sich aber glücklicherweise noch ein paar mehr Leute auf diesem Planeten, diese leidige stets wiederkehrende Frage stellen müssen, gibt es “the golden hour” (http://www.golden-hour.com/) von Roger Moffatt: “A site dedicated to the appreciation and understanding of the golden hour (sometimes called magic hour) in photography.” Wie der folgende Screenshot zeigt, ist die Seite extrem schick gemacht und gut geeignet, um für jeden Ort der Welt zu bestimmen, wann und wie lange dieser kurze Moment “goldenen Lichts”, also zum Sonnenaufgang oder -untergang, genutzt werden kann:

goldenhour

Was Ihr jetzt zu tun habt, wisst Ihr selber, gell? Also, viel Spaß beim Nutzen der letzten sommerlich angenehmen Sonnenuntergänge in den nächsten Wochen
:-)

Beste Grüße,
Sebastian

P.S.: Ach ja, das war ja mein erster “Guest Post” *freu*

Netzfundstück: Bollywood Make-Up

// August 20th, 2009 // No Comments » // Fotografieren, Modeln, Tipps & Tricks

Bollywood-Shooting aber keine Ahnung, wie’s aussehen soll? Zwei Videotutorials helfen weiter:
http://namjirasfun.wordpress.com/2009/02/02/bollywood-make-up/

Hier schon mal das erste Video für ein schickes Augen-Make-Up:

Also, ran an die Farbtöpfe :-)

Tipps & Tricks – Shoot & Strandurlaub!

// August 5th, 2009 // 2 Comments » // Fotografieren, Tipps & Tricks

summer shot (1)Beim Anblick von Strand, Felsenformationen und sonniger Landschaft denkt das Fotografenherz natürlich nicht nur an Ausspannen und Genießen. Ein Model muss her! Falls es nur um den Anblick beim Studieren von Reiseprospekten und -Websites ging, ist es nicht zu spät. Drei Möglichkeiten zur Modelorganisation gibt es: Entweder, man versucht, ein Model aus der Reisezielgegend zu buchen, man reist mit seinem Wahlmodel aus der Heimat an oder man schaut, ob zufällig ein Model aus dem Heimatland auch gerade dort im Urlaub sein wird. Manche Fotografen haben auch das Glück, ihre Freundin, Ehefrau, Tocher o.ä. einspannen zu können. Ganz ohne Model bleibt nur das Knipsen schöner Montagehintergründe…

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Mit Model sollte ein wenig geplant werden. Was genau soll sie in ihrem Koffer haben? Je nach Bildidee kann das über die normale Urlaubsbekleidung hinausgehen – high Heels, Hüte, mehrere Bikinis, Haarteile etc. sind nicht automatisch an Bord. Auch Makeup muss mit, falls keine Visagistin dabei sein wird. Schwieriger ist es fast noch für den Fotografen. Denn sein Studioequipmet wird er kaum mitnehmen können, nicht nur, dass es im Flieger teuer werden könnte mit so viel Übergewicht, auch ist manches einfach sehr sperrig oder arg empfindlich für so eine Reise. Zudem stellt sich auch die Frage, was vor Ort transportierbar und einsatzfähig sein wird: Eine chice Blitzausrüstung vom Parkplatz bis zu einem entlegenen Stück Strand zu schleppen und die guten Geräte dann zwischen Felsen und Wasser aufzustellen wird manchem Fotografen arge Bauchschmerzen bereiten. Ein Reflektor hingegen passt ins Gepäck und ist unempfindlich, ggf. kann auch ein externer Aufsteckblitz mit Stativ noch mitkommen.

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Am Strand angekommen macht es Sinn, erst einmal die Lage zu checken:

- Wo ist es am schönsten?
- Wo ist es am leersten?

Diese Fragen können zu ganz unterschiedlichen Antworten führen. Daher kommt noch eine weitere hinzu:

- Um welche Uhrzeit ist es am leersten?

summer shot (2)

Ja, das kann Frühaufstehen bedeuten. Natürlich müssen Leere und Tageslicht noch in einem Verhältnis zueinander stehen, wenn es leer ist, aber zu dunkel zum shooten, hilft das wenig. Selbst mit einer guten Blitzanlage wird es schwierig, den Himmel und den Strand gut zu beleuchten, wenn einmal die Sonne verschwunden ist. A propos Sonne: Wichtig ist auch zu wissen, wann die Sonne wo steht. Schon daheim im Atlas kann man sehen, in welcher Richtung die anvisierte Küste liegt und wann die Sonne von welcher Seite kommen wird. Gerade, wenn man ohne Blitze arbeitet, ist das wichtig zu wissen, denn das bestimmt, von welcher Seite fotografiert werden kann, wenn das Bild gut ausgeleuchtet sein soll oder wenn es ein Gegenlichtbild ergeben soll. Allerdings bedeutet eine Westküstez.B. nicht, dass jeder Abschnitt gleich ist – vielleicht gibt es kleine Buchten, die ein anderen Sonnenstand mit sich bringen. Besonders praktisch sind natürlich kleine Inseln: Hier kann man sich ganz nach der Sonne richten.

Der Bildaufbau bei Strandshootings ist nicht unkompliziert, wenn vom Strand etwas zu sehen sein soll. Man stellt sich vor: Der Fotograf knipst vom Land, das Model läuft nahe am Wasser entlang. Nun möchte man als Fotograf der Dame gerne lange Beine zaubern und wählt eine sehr tiefe Perspektive – oft noch erschwert duch ansteigenden Strand. Auf dem Bild sieht man dann das Model, viel Himmel und ein wenig Sand, das Wasser könnte schon fast nicht mehr erkennbar sein. Noch schwieriger ist es, wenn man hoch oben auf Klippen steht: Wenn das Wasser im Hintergrund zu sehen sein sollte, muss der Fotograf eigentlich von oben knipsen. Praktischer sind da kleine Buchten. Oder der man steigt gleich samt Kamera ins Wasser.

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Ein weiteres Problem stellen die Menschen, die Sonnenanbeter, Badenixen, FKK-Fans und Perlentaucher dar – selten hat man einen Strand für sich. Wenn es richtig voll ist, wird es schwierig, den Hintergrund leer zu retuschieren. Da könnte man einfacher ein Studiobild machen und einen Strand reinretuschieren. Eine Chance auf leere Strände bietet gutes Timing: Frühmorgens oft nur die ehrgeizigen Schwimmer unterwegs, und die befinden sich selten in den Untiefen, wo sie stören könnten. Auch der Bildausschnitt kann helfen. Ein sehr enges Portrait macht natürlich wenig Sinn – das könnte man auch im Studio machen. Aber ein Halbportrait, Model mit Sand in den Haaren, vielleicht noch halb im Wasser – das schafft man auch am proppenvollen Strand, aber eben nicht so leicht daheim im Studio.

summer shot (4)Vielleicht muss es auch gar nicht immer der Strand sein, das Hinterland hat vielleicht auch so einiges zu bieten, was man daheim nicht vor der Haustüre hat – fremdländische Architektur, interessante Flora, Felsenformationen etc.

Ich hoffe, ihr macht mit diesen Tipps an Bord tolle Bilder! Hier seht ihr ein paar, die auf Mallorca, in der Türkei und in Thailand entstanden sind.

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